Opernnetz

Kulturmagazin mit Charakter

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Foto © Opernnetz

Aktuelle Aufführungen

Filmisch-klanglicher Hochgenuss

MATRIX
(Don Davis)

Besuch am
11. November 2016
(Premiere am 9. November 2016)

 

 

Großer Sendesaal NDR, Hannover

Dreimal in Folge ausverkauft – das soll was heißen! Jeweils gut 1.200 Zuschauer füllten am 9., 10. und 11. November den Großen Sendesaal des Norddeutschen Rundfunks (NDR), um dem NDR-Pops-Orchestra unter Leitung von Frank Strobel bei der Filmmusik von Matrix zu lauschen.

Seit seiner Premiere im Jahr 2010 gastierte das so genannte Live-to-Projection-Konzert – also das Symphonieorchesterspiel synchron zum Film – mit dem Orchester bereits unter anderem  in München und London – vor tausenden Zuschauern. Der Science-Fiction Klassiker Matrix war einer der riesigen Kinoerfolge der Jahrtausendwende, der mit vier Oscars ausgezeichnet wurde. In der Aufführung wird er in der amerikanischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln präsentiert.

POINTS OF HONOR
Musik
Gesang
Regie
Bühne
Publikum
Chat-Faktor

Entgegen anderer Matrix-Soundtrack-Aufführungen hält sich das Publikum in Sachen Ledermantel, Sonnenbrille und schwarze Stiefel, den matrix-typischen Kleidungselementen, zurück – trotzdem ist die Vorfreude auf das filmische Klangerlebnis spürbar. Und so tauchen die Zuschauer in dem grün beleuchteten Saal ein in das actiongeladene Spiel zwischen Virtualität und Realität, das Keanu Reeves und seine Schauspielkollegen aufführen.

Foto © Opernnetz

Zur Partitur von Don Davis erklingen spektakuläre Schlagzeugeffekte, die von der Großen Trommel im Orchester erzeugt werden. Aufsehenerregende Actionszenen vermischen sich mit dem intensiven Klang des Orchesters: Zur Kung-Fu-Szene ertönt Musik von Marilyn Manson oder The Crystal Method, beim Orakel, das Neo die Zukunft voraussagt, erklingt Jazz von Django Reinhardt.

Unter der Leitung von Frank Strobel, der weltweit als Genius in Sachen Filmmusik gilt, zeigt das NDR-Pops-Orchestra eine grandiose Leistung. Ohne diese spektakuläre Musik wäre der durch großartige Bilder geprägte Film bei weitem nicht so emotional mitreißend. Strobel lässt Davis, der sich moderner, bisweilen atonaler musikalischer Stilmittel bedient und bereits bei den Donaueschinger Musiktagen zu Gast war, die Größe zuteilwerden, die die Partitur hervorbringt. Er folgt allen filmischen Schnitten virtuos. Und so bleibt ein gebanntes Publikum auch dann noch im Saal sitzen, als bereits der Abspann über die Leinwand läuft. Die Anspannung ergießt sich in tosendem Applaus, der in standing ovations endet.

Agnes Beckmann